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30 Jahre HERRMANNS
Automechanika 2008
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Tanja und Roland Herrmann im Gespräch

30 Jahre HERRMANNS, Herr Herrmann, wie hat das denn alles angefangen?

R. H.: Ja, vor 30 Jahren hat hier noch alles ganz anders ausgesehen. Unsere Firma steht auf dem Gelände des landwirtschaftlichen Betriebs unserer Eltern. Dort, wo Sie heute links die Hebebühnen sehen, waren früher unsere Ställe. Noch als Jugendlicher habe ich damals hinterm Haus angefangen an VW Käfern zu schrauben - und aus einem Hobby ist später mein Beruf geworden.

Heute haben Sie sich auf Mercedes spezialisiert.

R.H.: Ich war immer schon ein großer Mercedes Fan. Und da war schnell klar, dass mir keine andere Marke auf den Hof kommt ...

1978 Gründung des Betriebs durch Roland Herrmann
1980 Spezialisierung auf die Marke Mercedes-Benz. Freie Kfz-Werkstatt, Reparatur und Handel von Mercedes-Benz Fahrzeugen sowie Gebrauchtteilen. Demontage von Unfallfahrzeugen.
1982 Erster Mitarbeiter wird eingestellt. Er arbeitet auch heute noch im Betrieb
1986 Einführung der Mercedes-Benz Motoreninstandsetzung
1995 Einführung der Automatik- und Schaltgetriebetechnik sowie der Hinterachsgetriebe-Instandsetzung
1999 Gründung einer GmbH, Roland und Schwester Tanja Herrmann werden Geschäftsführer
1999 Neubau und Erweiterung der Kfz-Reparaturwerkstatt sowie einer Ausstellungs- und Lagerhalle
2003 Zertifizierung durch die DaimlerChrysler AG: Partner des Mercedes-Benz Gebrauchtteile-Centers
2004 Tanja Herrmann erzielt den 2. Platz beim Junior Award des Magazins Kfz-Betrieb. Sie wurde für ihre besonderen Leistungen als eine der erfolgreichsten Jungunternehmerinnen im deutschen Kfz-Gewerbe ausgezeichnet.
2005 Einführung der Mercedes-Benz Common-Rail Diesel-Technik; Überholung von Injektoren und Hochdruckpumpen
2008 Überholung von Wandlern für Mercedes-Benz Automatikgetriebe

HERRMANNS setzt auf eine zeitwertgerechte Reparatur.

R.H.: Zu uns ist immer schon der kleine Mann gekommen, der sich keine dicke Reparatur leisten konnte. D.h. aber, dass man sich etwas überlegen musste, um eine günstige und dennoch qualitativ hochwertige Reparatur hin zu bekommen.

Wie sind Sie da konkret vorgegangen?

R.H.: Viele der Kunden konnten sich einfach keine Reparatur mit Neuteilen leisten. Ich hatte aber meist Fahrzeuge da, aus denen ich Gebrauchtteile für eine Reparatur nehmen konnte. Früher war das einfacher, denn da war die Modellvielfalt noch nicht so groß.

alte Werkstatt alte Werkstatt alte Werkstatt

Haben Sie denn immer die richtigen Gebrauchtteile griffbereit?

R.H.: Das wäre schön. Mit den Unfallwagen ist es wie mit den Schweinen – Filets könnte man häufig verkaufen, während man auf den anderen Teilen sitzen bleibt. Scheinwerfer, Kotflügel und Motorhauben werden sehr viel nachgefragt, während Innenausstattungen fast unverkäuflich sind. Deshalb war der Teilehandel von Anfang an sehr wichtig für uns.

Sie haben Mitte der 80er Jahre angefangen, Motoren und Getriebe zu überholen.

R.H.: Aus unserer Demontage von Mercedes Fahrzeugen hatten wir immer mehr Motoren und Getriebe auf Lager. Die Instandsetzung eigener Motoren- und Getriebe lag da auf der Hand. Wir haben von Anfang an vor dem Verkauf alle Motoren und Getriebe geöffnet und schadhafte Teile ersetzt. Unsere Kunden schätzen diese Vorgehensweise sehr, so können wir einen moderaten Preis bei einem gleichzeitig hohen Qualitätsstandard bieten.

Sie gelten heute in der Szene als absoluter Mercedes-Spezialist – wie kommt man denn zu diesem Ruf?

R.H.: Naja, keine Ahnung - uns wundert es selber, wie die Leute zu uns finden. Aus Griechenland etwa kam ein Taxler mit seinem 250 TD und 1 Mio Km auf dem Buckel. Nach eineinhalb Tagen Aufenthalt und überholtem Automatikgetriebe ist er glücklich und zufrieden wieder nach Athen zurückgefahren. Aus Frankreich kam ein Kunde, um einen neuen AMG Motor in seinen 124er einzubauen, aus Lettland steht ein G500 in der Werkstatt ...

... das Know-how in Ihrer Werkstatt kommt doch nicht von ungefähr ...

R.H.: Wir haben vielleicht eine andere Reparaturphilosophie. Wir gehen den Dingen auf den Grund und lassen uns nicht von Diagnosegeräten blenden.
T.H.: Unersetzlich sind aber unsere Mitarbeiter. Einige sind seit der ersten Stunde in der Motoren- und Getriebetechnik dabei. Sie kennen die Fahrzeuge wie ihre Westentasche.

... Erfahrung also ...

R.H.:... die wir nicht immer wieder aufs Neue machen möchten.
T.H.: Mit Steuerketten für Motoren etwa, die wir ‚günstig’ eingekauft und im Rückblick sehr, sehr teuer bezahlen mussten.
R.H.: Das hätte uns fast Kopf und Kragen gekostet. Eins ist uns aber auch klar geworden, zum Originalteil gibt es keine Alternative. Bei der Instandsetzung der Motoren und Getriebe kommt uns heute nur noch das Mercedes Originalteil ins Haus. Das ist natürlich teuerer – wir brauchen aber keine Kopfschmerzen mehr zu haben.

Welche Rollen spielen die Mitarbeiter bei HERRMANNS?

T.H.: Ohne sie geht nichts. Wir legen deshalb großen Wert darauf, dass sie sich aktiv mit ihrer Arbeit auseinandersetzen und sich bei Veränderungen im Unternehmen einbringen.

Mitarbeiter Jubiläum Mitarbeiter Gruppe

Wie darf ich mir das vorstellen?

T.H.: Zu HERRMANNS kommen viele Kunden mit Problemen am Fahrzeug, die nicht alltäglich sind. Da kann man nicht nach Schema F reparieren. Wir geben unseren Mitarbeitern den Freiraum auf Fehlersuche zu gehen. Dazu benötigen sie eine gewisse Begeisterungsfähigkeit, Kreativität und Spaß am logischen Denken, um Fehler auch zu finden - vor allem aber die Bereitschaft etwas hinzuzulernen. Durch unser stetes Wachstum ändert sich aber auch das Umfeld laufend. Abteilungen werden erweitert Arbeitsplätze umgestaltet. Auch hier integrieren wir unsere Mitarbeiter, sie können ihr Arbeitsumfeld aktiv gestalten. Gleichzeitig erfordert dies ein gewisses Maß an Flexibilität und Teilnahmebereitschaft.

Bringen Ihre Mitarbeiter diese Qualifikationen mit?

T.H.: Nun, den meisten Mitarbeitern gefällt es, sich an betrieblichen Themen zu beteiligen. Vor allem, wenn es sich um ihr Arbeitsumfeld dreht. Betrachten wir die rein technischen Qualifikationen, so reicht eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker natürlich nicht aus, um etwa für die Überholung von Aggregaten fit zu sein. Wir haben deshalb für neue Mitarbeiter Trainee-Programme eingerichtet, bei denen sie 6 - 8 Wochen in unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens tätig sind. Das nützt neben der Qualifikation auch dem Verständnis für betriebliche Zusammenhänge. Ebenso versuchen wir über Job-Rotation gezielt die Qualifikationen unserer Mitarbeiter zu erhöhen und es sorgt natürlich für mehr Abwechslung am Arbeitsplatz.

Hallenbau Hallenbau Hallenbau

Welche Pläne haben Sie in Zukunft?

R.H.: Der Zuspruch nach Teilen, vor allem auch nach unseren technischen Leistungen, wächst. Neben Privatkunden greifen verstärkt auch Werkstattkollegen auf unser Know-how zurück. Wir haben im vergangenen Jahr unsere CDI-Technik mit einem weiteren Hochdruckprüfstand ausgestattet. In diesem Jahr werden wir unsere Automatikgetriebetechnik mit einer Abteilung zur Überholung von Wandlern stärken. Im gleichen Atemzug wird alles viel zu eng. So dass wir Anfang 2009 mit dem Bau einer neuen Lagerhalle beginnen werden. Das schafft dann auch Platz für unseren technischen Bereich. So dass wir unsere Kunden in Zukunft noch besser bedienen können.

30 Jahre HERRMANNS – sind Aktionen geplant?

Ja, wir wollen am 30.6. hier im Haus das Firmenjubiläum feiern. Ob groß oder klein, wir freuen uns auf jeden Gast.

Tanja und Roland Herrmann 1996 Tanja und Roland Herrmann 2008

(c) 2009 HERRMANNs GmbH